Willkommen auf KNüLLERPREISE.DE

knüllerpreise.de bietet Ihnen weiterführende Links auf Webseiten zum Thema knüllerpreise

Startseite > Sparen

'''Sparen''' () ist in der Wirtschaftswissenschaft und in der Umgangssprache der Verzicht auf den Verbrauch von Einkommen oder Gütern und Dienstleistungen (Konsumverzicht) zwecks späterer Verwendung.

Etymologie

Das Verb sparen stammt aus dem hin zur Ausrichtung in die Zukunft unter Verknüpfung mit Geld nachweisen.

Allgemeines

Sparen ist ein verbessern.

Sparen beruht einerseits auf rationalen ökonomischen Überlegungen, andererseits ist Sparen ein sozial anerkanntes Ziel, welches durch die Normen der unter Kontrolle zu haben, und sind mit ihrem Lebensstand zufriedener.

Begriffsinhalte des Sparbegriffs

Der allgemeine Begriff ?Sparen? kann sehr unterschiedliche Bedeutungen aufweisen. Je nachdem, in welchem Kontext der Begriff benutzt wird, kann er mindestens folgende fünf unterschiedlichen spezifischen Sachverhalte bezeichnen:
  • Die in einem Geldbetrag angebbare Differenz zwischen saldos einer Periode.
  • Die ebenfalls in einem Geldbetrag angebbare Differenz zwischen Einnahmen/Periode und Ausgaben derselben Periode; in den Kategorien der doppelten Buchhaltung also Nettogeldvermögensbildung. Das Gegenteil davon ist ?Nettogeldvermögensverringerung?; mehr für Konsum und/oder Sachinvestitionen ausgeben als man durch Verkäufe von Leistungen oder eigenen Sachvermögensbeständen eingenommen hat. Die Nettogeldvermögensbildung einer offenen Volkswirtschaft entspricht ihrem Leistungsbilanzsaldo, der ihr Nettoauslandsvermögensbestand ändert.
  • Die nicht so einfach statistisch abzählbare Aktivität, vorhandene flüssige Mittel längerfristig zu binden, also anzulegen, beispielsweise indem man Sichteinlagen in zinstragende Termineinlagen oder Unternehmensanleihen wandelt, z.?B. Schuldverschreibungen eines Investmentfonds. In einer offenen Volkswirtschaft können z.?B. inländische Devisenbestände in ausländische Staats-oder Unternehmensanleihen gewandelt werden.
  • Die in einem Geldbetrag angebbare Differenz zwischen den (höheren) Konsumausgaben einer früheren und den (niedrigeren) Konsumausgaben einer späteren Periode; ?Einschränkung? des Konsums nicht gegenüber dem gleichzeitigen Einkommen (Konsumverzicht), sondern ''gegenüber dem früheren Konsum''. Das Gegenteil davon ist die Erhöhung des Konsums.
  • Die nicht statistisch in Geldbeträgen ablesbare Aktivität, Einsatzfaktoren zur Erreichung eines bestimmten Produktions- oder Konsumziels möglichst sparsam, ?rationell?, ?effizient? einzusetzen. Das Gegenteil davon ist die Vergeudung von Mitteln.

Angesichts der Mehrdeutigkeit des Begriffs ergeben sich häufig unnötige Missverständnisse oder sogar Theoriefehler dadurch, dass nicht genau spezifiziert wird, welche dieser Bedeutungsmöglichkeiten genau gemeint ist.

Geschichte

Solange es Güter oder Geld als schlug im Jahre 1673 eine ?Besoldungs-Cassa? vor, die die Funktion einer Zwangssparkasse für alle staatlichen Angestellten übernehmen sollte.

Mit dem Aufkommen der ersten kommerziellen Sparkassen während der Gründerzeit wurde das Sparen institutionalisiert, indem die Sparkassen mit ihrem Einlagengeschäft Spareinlagen, Termingelder, Sichteinlagen und später Sparkassenbriefen sowie anderen Anlageformen gegen Habenzinsen Spargelder annahmen. Die ersten, artverwandten Vorläufer der Sparkassen hießen noch ?Waisenkassen? oder ?Leihkassen? wie beispielsweise die 1749 von der Reichsabtei Salem zur Verwaltung von Waisenrenten eingerichtete Kasse. Durch ihre Fristentransformation brachten die Sparkassen auf dem Finanzmarkt die unterschiedlichen Laufzeitinteressen von Sparern und Kreditnehmern in Einklang. Nachfolgend verbreitete sich das Sparen auch bei den Banken.

Adam Smith sah in seinem Hauptwerk Der Wohlstand der Nationen vom März 1776 das Sparen als Faktor der Wohlstandssteigerung und ging davon aus, dass Sparen nur durch einen Anreiz ? den Kapitalprofit (Sparzins) ? entstehe. ?Nun wendet man aber sein Kapital nur um des Profites willen auf die Erwerbstätigkeit??, ?doch der Grundsatz, der zum Sparen treibt, ist das Verlangen, unsere Lage zu bessern??.

Die und Bodenkraft ist größer als die der laufenden, wenigstens bis zu einer gewissen tatsächlich nicht erreichten Grenze?.

Der Ökonom . Sparen ist wegen dieses Verzögerungseffekts geplanter Konsum.

John Maynard Keynes nannte in seiner im Februar 1936 erschienenen Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes acht subjektive Sparmotive:
  1. Vorsicht (): als Rücklage für unvorhergesehene Ausgaben,
  2. Vorsorge (), um für künftige vermehrte Ausgaben gerüstet zu sein,
  3. Berechnung (), um Zinserträge und Wertsteigerung nutzen zu können,
  4. Verbesserung (), um eine verbesserte Lebenshaltung anzustreben,
  5. Unabhängigkeit (), um finanzielle Abhängigkeiten zu vermeiden,
  6. Unternehmenslust (), um Kapital für geschäftliche Aktivitäten zu besitzen,
  7. Stolz (), um ein Vermögen vererben zu können und
  8. Geiz (): das beharrliche Zurückschrecken vor einer notwendigen Geldausgabe.

Für ihn ist Sparen ein Reflex der Verbrauchsneigung, der die gegenwärtige Kaufkraft stilllegen soll und keinerlei Auswirkung auf die volkswirtschaftliche Investitionstätigkeit hat.

Für ein.

Arten

Man unterscheidet das ''freiwillige Sparen'' und das ''Zwangssparen''. Während das freiwillige Sparen vom Prinzip der Freiwilligkeit beherrscht wird, geschieht Zwangssparen durch öffentlich-rechtlichen oder hoheitlichen Zwang. Die bekannteste Form des Zwangssparens ist die Erhebung von Steuern durch den Staat, denn die Steuerpflichtigen können den Steueranteil an ihrem Einkommen nicht konsumieren. Auch Zwangsanleihen gehören in die Gruppe des Zwangssparens, Kriegsanleihen hingegen können auch dem freiwilligen Erwerb unterliegen. Die Hinterlegung von Kautionen (etwa die Mietsicherheit) und der Investivlohn sind ebenfalls Zwangssparen ? allerdings vertraglich vereinbarte Formen. Auch die Tilgung von Krediten ist als eine Form des Zwangssparens anzusehen, weil die das Einkommen mindernden Tilgungsraten nicht konsumiert werden können.

Beim freiwilligen Sparen haben sich außerhalb der Kreditinstitute Kleinsparformen entwickelt. So gibt es Schul-, Betriebs-, Klub- und Vereinssparen (Sport-, und Wander- oder Kegelvereine). ''Zwecksparen'' ist freiwilliges Sparen, dient einer konkreten Verfügungsabsicht zu bestimmten Zwecken und ist für den zukünftigen Erwerb von Konsumgütern oder Immobilien (Bausparen) bestimmt.

Öffentliches Sparen

Im deutschen Haushaltsrecht verlangen die Haushaltsgrundsätze unter anderem die Einhaltung der Sparsamkeit, denn die öffentliche Verwaltung ist zur sparsamen Haushaltswirtschaft verpflichtet ( Abs.?1 BHO). Dieses abstrakte Handlungsprinzip verlangt von den haushaltsführenden Verwaltungen, ein gegebenes Ziel mit dem geringstmöglichen Mitteleinsatz zu erreichen (Minimalprinzip). Damit impliziert die Sparsamkeit das Ziel, nicht alle veranschlagten Haushaltsmittel für den vorgesehenen Zweck auszuschöpfen und hierdurch Ausgabenreste einzubehalten.

Insbesondere konzentriert sich auch international die Haushaltspolitik bei vorhandenen hohen Haushaltsdefiziten in hochverschuldeten Staaten und hochverschuldeten Entwicklungsländern auf eine Reduzierung der Staatsausgaben und eine gleichzeitige Erhöhung der Staatseinnahmen, um die Staatsfinanzen zu konsolidieren. Diese Sparpolitik bildet den wesentlichen Teil der Austeritätspolitik von Staaten, die meist von internationalen Kreditgebern wie Weltbank oder IWF im Rahmen der Konditionalität gefordert wird. Ziel ist eine Verringerung der staatlichen Neuverschuldung, letztlich ein Abbau der Staatsschulden.

Sparen in der ökonomischen Theorie

Für Keynes stellt das Sparen im Rahmen der Konsumfunktion (); bei steigendem Einkommen entwickelt sich die Sparquote unabhängig hiervon. Im Aufschwung steigen die Einkommen, so dass diese Konjunkturphase am ehesten für Sparvorgänge geeignet ist.

Der gesparte relative Anteil des Einkommens ? die beeinflusst wird.

Der ''Sparzins'' (für Spar-, Termin- oder Sichteinlagen oder für Sparbriefe) ist der Preis für den Verzicht auf Konsum, so dass das Sparen mit steigendem Sparzins zunimmt und mit sinkendem Zinssatz abnimmt.

Milton Friedman entwickelte 1957 im Rahmen seiner Konsumfunktionstheorie die Theorie der dauerhaften Ersparnis (), nach der die Sparer einen gewissen Teil ihres Einkommens sparen, um das für den jeweils herrschenden Marktzins optimale Verhältnis zwischen Gegenwarts- und Zukunftskonsum zu realisieren.

Volkswirtschaftliche Ersparnis

Gesamtwirtschaftliche Ersparnis

Unter der ''nationalen'' bzw. ''gesamtwirtschaftlichen Ersparnis'', abgekürzt meist mit <math>S</math>, versteht man in der Makroökonomik das Gesamteinkommen <math>Y</math> einer Volkswirtschaft, dem die Ausgaben für Konsum <math>C</math> und Staatsverbrauch <math>G</math> abgezogen wurden, kurz <math>S = Y - C - G</math>.

Die gesamtwirtschaftliche Ersparnis lässt sich in die ''private'' und ''öffentliche Ersparnis'' zerlegen:
<math>S = Y - C - G = (Y - T - C) + (T - G)</math> wobei ''T = Steuern - Transferleistungen (z.?B. Sozialhilfe)''
  • Unter ''privater Ersparnis'' <math>(Y - T - C)</math> versteht man das Gesamteinkommen einer Volkswirtschaft, dem die Steuern <math>T</math> und der Konsum <math>C</math> abgezogen wurden. Private Ersparnis hat mit ''Zuversicht'' und ''Vertrauen'' eine stark sozio-psychologische Komponente, die sich durchaus wirtschaftsrelevant in Konsumverzicht und Angstsparen äußern kann.
  • Unter ''öffentlicher Ersparnis'' <math>(T - G)</math> versteht man die Steuereinnahmen <math>T</math> einer Volkswirtschaft, denen der Staatsverbrauch <math>G</math> abgezogen wurden.
  • '''Private Ersparnis'''
  • : Private Ersparnis <math>S^p</math> ist der Teil des verfügbaren Einkommens, der nicht für Konsum <math>C</math> zur Verfügung steht, sondern zurückgelegt wird. Dabei ist das verfügbare Einkommen das Nationaleinkommen <math>Y</math> abzüglich der Nettosteuern <math>T</math>. Somit ergibt sich die private Ersparnis aus
  • :: <math>S^p=Y-T-C</math>
  • '''Öffentliche Ersparnis'''
  • : Die staatliche (öffentliche) Ersparnis <math>S^g</math> definiert sich hingegen aus der Differenz der Staatseinnahmen über die Staatsausgaben. Dabei bilden die Nettosteuern <math>T</math> die Staatseinnahmen und der Konsum der öffentlichen Haushalte die Staatsausgaben <math>G</math>. Somit gilt für die staatliche Ersparnis
  • :: <math>S^g=T-G</math>

Aus der Summe von privater und staatlicher Ersparnis ergibt sich dann die gesamtwirtschaftliche Ersparnis/nationale Ersparnis. Diese wird gemäß geltender Literatur als
<math>S=Y-C-G</math>
beschrieben.
Um einen direkten Zusammenhang zwischen der nationalen Ersparnis auf der einen und der privaten und staatlichen Ersparnis auf der anderen Seite darstellen zu können, wird nachfolgend der Zusammenhang mathematisch dargestellt.

<math>S=S^p+S^g=(Y-T-C)+(T-G)=Y-C-G=S</math>

Zusammenhang von Ersparnis und Investition

In einer geschlossenen Volkswirtschaft gibt es zwischen der gesamtwirtschaftlichen Ersparnis <math>S</math> und Investitionen <math>I</math> einen direkten Zusammenhang. Dieser ergibt sich aus der Definition der Gesamtwirtschaftlichen Nachfragefunktion:
<math>Y=C+I+G</math>
Nach Umstellung der Nachfragefunktion erhält man:
<math>I=Y-C-G</math>
Setzt man diese mit der nationalen Ersparnis gleich, dann ergibt sich daraus:
<math>I=Y-C-G=(Y-C-T)+(T-G)=S^p+S^g=S</math>
<math>I=S</math>

Die Gleichung <math>I=S</math> ist keine identische Gleichung, denn zwischen den Sparmotiven der s verwiesen.

Betrachtet man nunmehr eine offene Volkswirtschaft, so muss neben dem schon gültigen Zusammenhang
<math>I=S</math>
noch der Außenhandel einer Volkswirtschaft berücksichtigt werden. Daraus ergibt sich dann
<math>S=I+NX</math> (wobei NX für die Nettoexporte steht).
Hierbei begründet sich der wesentliche Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Volkswirtschaften. Während geschlossene Volkswirtschaften lediglich durch Sparen ihren Kapitalstock erhöhen kann, kann in einer offenen Volkswirtschaft durch den Erwerb von Auslandsvermögen zuzüglich dem eigenen Sparen der Kapitalstock erhöht und dadurch Investitionsmöglichkeiten früher genutzt werden.
Somit kann man durch Kreditaufnahme im Ausland die Investitionen im Inland erhöhen, ohne die Ersparnis zu verändern.

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Die gesamtwirtschaftliche Ersparnis ist (in der offenen Volkswirtschaft) gleich den inländischen Investitionen <math>I</math> zuzüglich der Nettoauslandsinvestitionen <math>NFI</math>,
  • <math>S = I + NFI</math> (NFI entspricht immer den Nettoexporten).

In der theoretischen geschlossenen Volkswirtschaft gilt folglich: S = I

Beim Sparen ist die richtige Bewertung des Sparens zu beachten ? siehe DIW:

In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) ist ?Sparen? im Einkommensverwendungskonto (Ausgabenkonzept) definiert als
  • Verfügbares Einkommen (Ausgabenkonzept)
  • '''zuzüglich''' Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche ? diese Größe erscheint im Sektor Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck
  • '''abzüglich''' Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche ? diese Größe erscheint im Sektor Kapitalgesellschaften ? gesamtwirtschaftlich saldiert sich diese Größe auf null.
  • '''abzüglich''' Konsum (Ausgabenkonzept) ? einschließlich der Finanzdienstleistungen (Financial Intermediation Services, Indirectly Measured (FISIM))

Makroökonomische Bedeutung des Sparens

Sparen bzw. die Änderung des Sparverhaltens hat mehrere Auswirkungen auf die en tätigen würden.

Abgrenzungen

Beim ''Vorsorgesparen'' handelt es sich um eine Sparform, die vor Notsituationen schützen soll (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Altersvorsorge). Unter das Motiv ?Vorsorgesparen? lässt sich die Absicherung gegen Unsicherheiten, das Halten eines einmal erreichten Konsumniveaus sowie die Flexibilität des intertemporalen Konsums (also die Liquidität) einordnen. Liquidität sichern durch ''Einsparungen'', also durch Konsumverzicht und Kostensenkung, führt bei hoch verschuldeten Personen meist nicht zu neuen Rücklagen, sondern lediglich zur Vermeidung von Neuverschuldung. Sparen darf nicht mit dem Horten verwechselt werden, bei dem Geld im Sparstrumpf, unter der Matratze oder im Safe zurückbehalten wird, ohne es anzulegen. Sparen wird dagegen in der Regel mit einem Zins vergütet und verbleibt im Wirtschaftskreislauf, während die Hortung nicht vergütet wird und dem Wirtschaftskreislauf entzogen ist.

Siehe auch

Literatur

  • Paul Krugman, Maurice Obstfeld: ''Internationale Wirtschaft''. 7. Auflage. Pearson Education Deutschland, München 2006, ISBN 3-8273-7199-6.

Weblinks

Einzelnachweise